“Jodlerchörli Bärgarve”

Auszug aus dem Jahresbericht 1993 unserer ersten Präsidentin, Ursula Hänni.

25 Jahre gehen nicht spurlos an einem vorbei!

Wenn vier damalige Gründungsmitglieder die Fotoalben des Chörlis durchblättern, die von der Gründung bis heute eine wertvolle Zusammenfassung der 25-jährigen Geschichte in Bildern aufzeigen, erinnern sie sich plötzlich wieder an viele Erlebnisse, an gelungene Konzerte und auch an viel Spass in der Chörligemeinschaft.

Sie lachen, haben Freude an den damaligen Bildern ihrer Jugend von damals und sind getragen von berechtigtem Stolz. Sie erwähnen anspruchsvolles Schaffen für Musik und Fest. Sie nennen aber auch damalige Hoffnungen, damaliges Bangen um Zielsetzungen und erfahrenes Leid.

So versuchen die Vier, einen Anfang für die Zusammenfassung ihrer Erinnerungen an die 25 Jahre im Chörli zu finden. Dass sie ganz am Anfang der Geschichte beginnen wollen, ist bald klar.

Weil der gemischte Chor von Forst im Jahre 1993 nicht mehr gesangsfähig war, hatten sich einige Sängerinnen und Sänger entschlossen, ein neues Chörli in Forst-Längenbühl zu gründen. Gemeindebürger aus Forst-Längenbühl sprachen sich mehrheitlich für dieses Vorhaben aus. Hänni Ursula und Hans haben die Gründung des geplanten Vereins gefördert.

Man kannte sich bereits aus der Trachtengruppe Gurzelen. Mitglieder traten damals aus dem Trachtenchor aus, weil gewisse Vorlieben im angestammten Chor für sie nicht mehr erfüllt wurden. Sie wechselten in das neu entstandene Chörli, das noch nicht von Beginn an einen passenden Namen trug.

Das Jodellied: «Bärg-Arve» von Hans Walter Schneller ist von Walter Eichelberger zur Gründung des Jodlerchörlis dem Verein geschenkt worden. Die erste Strophe beinhaltet alles, was in den früheren Jahren und bis heute das Chörli charakterisiert.

«Hert dr Stamm mit chrumme Eschte, steit e Arve ob dr Flueh. Wild u trotzig schiesse d’Bärge hingedra i Himmu ue. Mänge Sturm het dranne grisse, immer isch si bliebe stah. Het sich fescht am Felse ghaute, tapfer gwehrt u nie la gah.»

 

Auf Grund dieses Liedes nannten die Jodlerinnen und Jodler den neuen Verein «Jodlerchörli Bärgarve». Andere Name für das Chörli waren «Chatz u Muus» und «Jodlerchörli Stockhorn». Diese kamen aber nicht mehr infrage. Walter Eichelberger, der Schenker des Liedes, hat das chörlieigene Duett über längere Zeit begleitet.

Es brauchte nun einen Vorstand und Vereinsstatuten, es brauchte all das, was einen Verein eben ausmacht.

Der erste Vorstand des Chörlis baute gewissenhaft und umsichtig den neuen Verein mit viel Tatendrang und Begeisterung auf:

Präsidentin:           Ursula Hänni

Vizepräsidentin:    Margreth Hänni

Kassier:                   René Gabriel

Sekretärin:              Anita Messerli

Beisitzerin:             Annamarie Hodler

Dirigent:                  Hansruedi Burri

Um ein einheitliches Bild bei Auftritten zu schaffen, hatte man sich rasch für die Gotthelf-Tracht entschieden mit gleichen Schürzen für alle Jodlerinnen.

Ganz ohne Vereinskapital wurde das erste Konzert organisiert. Man suchte freiwillige Helfer, welche damals halfen und heute in grosser Anzahl immer noch dabei sind.

Unser Helferbräteln für die Freiwilligkeit findet seither alle Jahre wieder statt. Es ist der Lohn für die Helfer am Frühlingskonzert.

Das erstes Jodlerfest fand im Jahre 1994 an der Lenk in der Kuschpahalle statt. Wir sangen das Lied «Daheime si» und haben mit einem Gut abgeschlossen. Der Entscheid und die Kritik wurden uns in 1 ½ Zeilen bekanntgegeben. Heute wird die Kritik viel ausführlicher und inhaltlich effizienter an die Vortragenden weitergegeben.

1997 starb unser Dirigent Hanspeter Burri, und Ernst Lanz sprang in die Lücke.

Unser erstes Jodlertreffen fand 1998 in Forst-Längenbühl statt und wurde vom Chörli durchgeführt. Der Grossanlass hatte uns organisatorisch nicht überfordert und ging locker über die Bühne. Zum Abschluss fand der Gesamtchor draussen auf dem Rasen statt. Ein Kälblein stand als Gewinn eines Quiz an. Die Besucher erschienen so zahlreich, dass die Beiträge der ausführenden Musikanten aus der Mehrzweckhalle in ein zusätzlich aufgestelltes Zelt übertragen werden mussten.

Jodlerchörli Bärgarve, 26. April 2012

2013 hat das Jodlerchörli wie vorher in Forst-Längenbühl ein zweites Jodlertreffen in Steffisburg durchgeführt. Steffisburg verfügt über grössere Hallen, und somit war ein zusätzliches Zelt wie 1998 in Forst nicht mehr notwendig.

Dank Marlise und Klöisel Krebs haben wir uns mit lieben Freunden hier und im Allgäu mehrmals getroffen. Die Freundschaft besteht nach wie vor. Erinnerungen an die Besuche in Oberstdorf sind bei den Chörlileuten heute noch in bester Erinnerung. Alle Jahre wieder kommen Hans und Bruni Erb an unser Frühlingskonzert.

Beim letzten Kantonalen Jodlerfest in Steffisburg 2016 hat unser Chörli mitgeholfen, das Fest zu organisieren und hat die Festgemeinde während zweier Tage begleitet.

Kantonales Jodlerfest 2016 in Steffisburg

In regelmässigen Abständen fanden und finden bis heute der alljährlich beliebte Altersnachmittag, der sich wiederholende Gesang in der Kirche Amsoldingen, das Altersheimsingen im Frühjahr in Wattenwil und unser Frühlingskonzert im Mai statt. Mit Abständen besuchen wir kantonale und eidgenössische Jodlerfeste, letztmals 2017 in Brig.

In jedem neuen Jahr führen wir eine Chörlireise durch, meistens eintägige Ausflüge mit Gesang und guter Laune auf Berge oder auf Seen, hie und da wird es auch eine Reise für zwei Tage.

Unser Chörli schaut auf schöne, erlebnisreiche Zeiten zurück und auf viele klangvolle Proben und gelungene Auftritte. Schwierige Momente konnte es mit seinem guten Vereinsgeist und dem internen Zusammenhalt überbrücken und bewältigen.

Allen Gründungsmitgliedern, allen aktiven Jodlerinnen und Jodler, allen Helferinnen und Helfer, sowie den Konzertbesuchern danken wir für das Engagement, das Mittragen und die Unterstützung jahrein, jahraus!

«Hert dr Stamm mit chrumme Eschte, steit e Arve ob dr Flueh. Wild u trotzig schiesse d’Bärge hingedra i Himmu ue. Mänge Sturm het dranne grisse, immer isch si bliebe stah. Het sich fescht am Felse ghaute, tapfer gwehrt u nie la gah.»

Die Präsidentin: Annamarie Hodler, Gurzelen und Forst-Längenbühl, am 12. Mai 2018

Gruppenbild nach dem Auftritt in der Kirche Amsoldingen, Sommer 2017.

Im Jahr 2018 hat sich die Zusammensetzung, wie auf dem Bild oben gezeigt, verändert. Einige Aktive haben sich für einen anderen Weg entschieden und die Chörlifamilie verlassen.

An der Hauptversammlung 2018 hat der Vorstand des Chörlis Änderungen erfahren und setzt sich neu so zusammen:
 
Präsidentin:           Heidi Beer-Willen
Vizepräsident:       Reto Burkhalter
Kassier:                  Daniel Wenger
Sekretär:                Ueli Beer
Beisitzerin:            Daniela Moser
Dirigent:                 Christian Hodler
 

Gruppenbild nach der aktuellen Aufstellung des Chörlis im Frühling 2019.

Nach den erwähnten Austritten stand die Türe zum Mitsingen im Jodlerchörli weit offen für drei neue Sängerinnen, für Ursula, Michaela und Sonja. Gezielt und fleissig, begabt und beweglich fügen sich  die drei neuen Stimmen in den bestehenden Chorgesang ein!

Jahresbericht 2019 der Präsidentin       (an der HV vom 29. Januar 2020)

  1. Februar: Die erste Chorprobe im neuen Vereinsjahr. Wir freuen uns alle auf’s Singen und Proben und danach noch gemeinsam im Grizz den Durst zu löschen.
  2. Februar: Schon am nächsten Abend geht es mit einer Weiterbildung für den Dirigenten und die Präsidentin weiter. Chrigel und ich besuchen diesen interessanten Vortrag von Emil Wallimann über die heutige Vereinsführung. Etwas ist mir besonders geblieben: Unsere Vereinsmitglieder sind meist im Alter zwischen 55 und 70 Jahren, weil sie beim Singen und Proben Zeit haben, in einem Gesangsverein mitzuwirken. Junge Sängerinnen und Sänger sind meist nur kurzzeitig dabei. Das haben wir im Chörli hautnah selber erlebt.
  3. Februar: An der Delegiertenversammlung wurde uns die neue Verbandszeitung «lebendig» vorgestellt. Sie spricht Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger an. Jedes Mitglied erhält sie und bezahlt dafür Fr. 15.- für ein Jahr.
  4. Februar: Eine traurige Nachricht wurde uns mitgeteilt. Der langjährige Dirigent des Chörlis, Ernst Lanz, ist mit 74 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Annamarie, Christian, Margreth und Marlise nahmen an der Beerdigung teil.

Im Weiteren übten wir unsere Lieder an den wöchentlichen Proben, und unsere neueingetretenen Jodlerinnen, Michaela, Sonja und Ursula, nahmen in der Zwischenzeit Privatunterricht bei Frau Moor, damit sie für unser Frühlingskonzert gut gerüstet waren. Das brachte ihnen Sicherheit und Fortschritte beim Singen und Jutzen. Sonja, die zurzeit hoch schwanger war, lernte dazu, was sie tun musste, damit sie trotz Bauch genug Luft zum Atmen beim Singen bekam. In der Nacht, nach der Singprobe vom 5. März, gebar Sonja in Windeseile ein süsses Mädchen! Samira, wir freuen uns sehr, dass es dich gibt und dass es euch gut geht!

Annamarie und ich überbrachten Sonja und Samira traditionsgemäss einen getöpferten und verzierten Teller.

  1. März: Der Altersnachmittag fand dieses Jahr erst im März statt. Dies war eine gute Entscheidung. Das Wetter war etwas milder und wir hatten auch weniger Auftritte im Februar. Die Besorgungen und Aufgaben mussten angepasst werden wegen den Austritten verschiedener Mitglieder. Aber alle halfen einander und machten gut mit, so dass es eine Freude war, gemeinsam etwas Feines zuzubereiten und unsere Lieder vorzutragen. Die Althebamme Lydia war wieder mit dabei, hat berichtet und vorgetragen in ihrer flotten und amüsanten Art. Nicht vergessen sei die lüpfige Musik von Daniela und Chlöisel in den Singpausen.

Dieses Jahr gingen Ueli, Dani und ich an den Zuzüger Tag der Gemeinde Forst-Längenbühl. Wir hatten Gelegenheit, Werbung für unser Chörli zu machen, und wir gaben unser Bestes. Sogar eine Strophe eines Jodelliedes haben wir den Zuhörern gesungen. Eine junge Frau bekundete Interesse, bei uns zu schnuppern. Das war Vera, welche am 3. April bei uns Einsitz nahm und seither fleissig dabei ist, wenn wir proben und auftreten. Ich freue mich!

Die Vorbereitungen für unser Frühlingskonzert liefen an: Werbeplanen werden bestellt, Programme gestaltet von Ueli, für die Festwirtschaft Bewilligungen eingeholt. Chlöisel und Marlise haben sich wieder bereiterklärt, die Festwirtschaft zu führen. Margreth wird die Einladungen verschicken, Daniela und Annamarie kümmern sich um eine schöne Tombola. Dani wird die Planen in Holzrahmen stellen und dann mit Ursula gemeinsam die Dekoration der Bühne in Angriff nehmen.

  1. April: Wie jedes Jahr singen wir im Altersheim Wattenwil unsere neu einstudierten Lieder, welche wir dann am Frühlingskonzert vortragen werden. Den Bewohnerinnen und Bewohnern bereiten wir damit eine kleine Freude. Vorher, auf dem Areal des Altersheims, machen wir aktuelle Fotos von uns. Sie werden später für die Website verwendet und zieren Homepage und Flyer.
  2. Mai: Unser grösstes Ereignis in diesem Jahr wieder unser Frühlingskonzert. Damit zeigen wir unser Können unseren Familien, Freunden und Bekannten. Und wir wollen ihnen einen schönen, gemütlichen Jodlerabend bieten. Wir haben drei neue Jodlerinnen in unseren Reihen, und Reto, der erstmals ein Solo singt am Konzert. Unsere Aufregung ist gross, und wir brauchen vor dem Konzert noch eine Ermutigung. Deshalb trage ich eine Strophe vor von einem passenden Jodellied beim Ansingen. Nach dem Einsingen lese ich sie vor:

«Drum los es mal i di chli ine, häb doch Vertroue u häb Muet! De ghörsch e Stimm wo säge tuet: Häb nid Angscht, s wird alles guet.»

(E Täxscht vom Ueli Zahnd.)

Ich glaube, diese Ermutigung hat uns allen, vom Dirigenten bis zum einzelnen Sänger, gutgetan. Nach Bibern und Knieschlottern während des ersten Liedes, wurde es immer besser, ja sogar sehr gut.

Wir hatten viele Zuhörer, der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Draussen regnete und stürmte es, so dass die Steaks, die draussen gegrillt wurden, Mühe hatten, warm zu bleiben. Unsere Gäste hatten auch gar nicht so Lust auf das Gegrillte bei diesem Hudelwetter. Sie wichen aus auf Pastetli, Erbsli und Rüebli, so dass die Reserven davon plötzlich aufgebraucht waren. Mit mehreren Telefonaten und Kontakten zu Beizen lieferte uns die «Egg» Nachschub.

Weil der von uns immer involvierte Bäcker Betriebsferien hatte, hat sich Therese Wenger bereit erklärt, Pastetli und Chörli-Sandwiches zu backen. Diese kamen gut an, besonders diejenigen mit Schinken-Füllung.

Unsere beiden Gastformationen, die Örgelifründe Ritzgrat und der Jodlerklub Wasen im Emmental, gaben ihr Bestes, was sich auszahlte, war unser Konzert dadurch vollkommen schön gegliedert und für alle gemütlich. Das wurde von den Zuhörern auch sehr gerühmt.

«Dir heit ja jedesmal es Sauwätter a euem Aalass!» sagte ein langjähriger Einweiser der Besucherautos, als er tropfnass und mit roten Ohren unter seinem Sturmhut zur Eingangstüre hereinkam. Dazu lachte er über’s ganze Gesicht. Solche Helfer sind für uns wichtig und tragen viel dazu bei, dass der Anlass erfolgreich ist.

In diesem Jahr und für das Frühlingskonzert mussten wir viele neue Helfer und Helferinnen rekrutieren. Zum Glück ist es uns gelungen, wieder neue Aktive zu finden, und wir waren sehr zufrieden mit ihnen!

Die Küchenmannschaft verkündete Marlise, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein möchten; aber in der genau gleichen Zusammensetzung.

Die Gäste blieben zu unserem Erstaunen länger als auch schon. Die letzten verliessen uns erst nach 2 Uhr morgens.

Das Nötigste aufräumen, dann nach Hause, ein wenig schlafen, und schon wieder antreten zum Aufräumen des Saales. Es ging flott voran, auch Hansruedi half mit.

Die Tombola war ein voller Erfolg gewesen, keine Preise blieben übrig. Super!

Das Schönste ist nicht nur das gemeinsame Singen, sondern auch dieses Miteinander, Hand in Hand zu arbeiten, wenn es ans Anpacken geht. Danach noch bei Dani und Dori vorbeizuschauen, wo Fleisch, Brot und Getränk bereitstehen und wir gemütlich den Abschluss des Konzertes feiern dürfen. Herzlichen Dank an Dani und Dori!

  1. Mai: Helferbräteln mit erfreulich vielen Helferinnen und Helfern. Wir freuen uns sehr darüber, und der Abend verläuft fröhlich und gemütlich. Die Steaks sind köstlich gebraten von Chlöisel, und auch der Reissalat von Daniela mundet. Zum Kaffee gibt es Kokos Schnitten von Ursula. Fein!

Wir sind alle motiviert nach dem gelungenen Frühlingskonzert. Reto studiert über die Chörlireise nach und wir überlegen uns, welche Lieder wir in der kommenden Zeit einüben möchten. Margreth orientiert uns über den Gastchor im kommenden Jahr, Marlise fragt unsere Örgeler vom Ritzgrat an.

Chrigel und Ueli wechseln sich ab mit Einturnen und Einsingen an jeder Probe, und Chrigel übt mit uns wie gewohnt die neuen Lieder. Alles geht seinen gewohnten Gang!

Ein erfreulicher Abend für uns alle ist der 10. Juli, weil Michaela und Sonja zu diesem Zeitpunkt dem Chörli als neue Mitglieder beitreten!

Vor den Sommerferien regt unser Dirigent an, wieder einmal auf die «Müntschele» zu gehen, um dort zu bräteln. Das kommt bei allen gut an, und Chrigel orientiert den Sennen im Voraus, damit wir dort dann willkommen sind.

Die Sommerpause tut allen gut, und als wir uns Anfang August wiedersehen, ist meine Freude gross, alle wieder wohlbehalten um mich herum gemeinsam jutzen zu hören.

  1. August: In der Kirche Amsoldingen zu singen und zu jutzen ist etwas ganz Besonderes. Der Klang der Töne im Kirchenraum ist herrlich.

Brätle auf der Mütschele fand an einem klaren, aber kühlen Spätsommerabend statt. Die Aussicht war prächtig, nur fehlte uns nach Speis und Trank der versprochene Kaffee. Der Senn hatte sich ins warme Bett verzogen.

Auf dem Nachhauseweg erlitt Ueli einen Gehörsturz. Weil er in Interlaken am Folgetag behandelt werden musste, konnten wir beide an der Chörlireise zur Schaukäserei Affoltern nicht dabei sein. Für die übrigen Chörlileute war es ein gemütlicher Tag. In der Käserei konnten sie eigene Käslein produzieren. Sogar für Ueli und mich stellten sie je ein Käslein her, die von Chlöisel und Marlise noch am selben Tag bis nach Frutigen transportiert wurden! Herzlichen Dank dafür!

Mit Krankheiten und Einschränkungen ging es weiter: Reto hatte erneut Angina und Durchfall, musste im Spital behandelt werden und fiel für einige Proben aus. Auch Ursula war, nach ihrer raschen körperlichen Genesung nach dem Gleitschirmunfall, in eine Depression gefallen. Ihre Seele musste nun auch noch genesen.

Am Jodlertreffen in Heimberg sangen wir deshalb zahlen- und stimmenmässig reduziert. Ueli hatte sich zu diesem Zeitpunkt aber wieder gut erholt. In der neuen Aula fühlten wir uns wohl und gaben unser Bestes.

Es gab Ärger mit unserer Homepage: Unsere Seiten wurden von den USA aus gehackt, konnten aber nach einigen Tagen neu aufgebaut werden.

Reto und Ursula konnten nach einiger Zeit wieder mitsingen, und beide nahmen am Raclette-Abend tätig und singend teil.

Der Raclette-Abend brachte im vergangenen Jahr etwas weniger Gäste, verlief jedoch wie gewohnt gut. Reto hat mich als Präsidentin vertreten, denn Ueli und ich waren zu diesem Zeitpunkt in Tunesien an der Hochzeit unserer Tochter Simone. Dani stellte Reto ein gutes Zeugnis aus und beurteilte sein Auftreten als feinfühlig und sorgfältig.

Die neuen Jodlerinnen jodelten erstmals ohne mich, und ich denke, das stärkte sie. Am folgenden Morgen sang und jodelte das Chörli an der Veteranenvereinigung des mittelländischen Schwinger Verbandes. Die hatten solche Freude, dass sie uns ein Dankesschreiben zukommen liessen. «Sie haben mit den Jodelklängen den Anwesenden einen unvergesslichen Tag geschenkt!». Damit ist ein Ziel unserer Auftritte als Verein erreicht.

Viel zu reden gab im Vereinsjahr auch die Umstellung bei den Gesuchen für die Beiträge aus dem Lotteriefond für neue Trachten und Mutzen. Die Gesuche müssen neu direkt nach Bern geleitet werden, und der Kassier hat mehr Arbeit.

Nun geht es auf das Jahresende zu. Ursula hat unseren Neujahrshöck organisiert, und der Vorstand trifft sich zur Vorbereitung der Hauptversammlung.

  1. Januar: Der Neujahrshöck, das Fondue-Essen in Kerstelen war urgemütlich, und wir alle bestaunten das fulminant beleuchtete Bauernhaus nach unserer Ankunft.
  2. Januar: Das erste Üben im neuen Jahr. «Jetzt können wir schon viel und es kommt gut für die bevorstehenden Darbietungen am kommenden Frühlingskonzert», meint unser Dirigent mit leuchtenden Augen.
  3. Januar: Das letzte Ereignis am Mittwoch: Daniela hat uns zu ihrem 50. Geburtstag in die Beatenbucht zum Nachtessen eingeladen. Ein Spaghetti Plausch erwartete uns daselbst, Salat zur Vorspeise und Glace zum Nachtisch. Dazwischen sorgen einige Lieder zur Auflockerung, und wir «prichteten» zusammen. Schön war’s, und viel zu schnell verging die Zeit. Danke Daniela!

Getrübt wird meine Freude etwas durch Retos Beurlaubungsgesuch, die nach dem Frühlingskonzert 2020 und dauernd bis zum Jahresende. Reto muss noch seine grosse Abschlussarbeit als Agrartechniker verfassen, übernimmt dazu noch einen Anteil am heimischen Hof und zusätzliche Arbeiten. Seine Gesundheit ist nicht bestens, und ich habe ihm geraten: «Schau zu dir und stehe zu dir!».

Wenn ich zurückschaue, war es ein gutes Jahr mit viel Arbeit und auch mit gemütlichem Zusammensein. Die «Chemie» zwischen uns zum Wohle unseres Vereines stimmte.

Euch allen möchte ich herzlich danken für eure Unterstützung, euer freundliches Hinweisen auf Dinge, die ich als Präsidentin vergessen oder ausser Acht gelassen habe.

Ich will mich auch im kommenden Vereinsjahr bemühen, euch eine gute Präsidentin zu sein.

Ich bin «gwundrig» auf das neue Vereinsjahr und zuversichtlich, dass wir alles Neue gemeinsam miteinander angehen werden.

Die Präsidentin

Heidi Beer-Willen